Der Wissenschaftler erhält bis zu zwei Millionen Euro für sein Projekt „TEMPORE: Time-varying Metaphotonics via Reverse Engineering“, das über fünf Jahre gefördert wird. Mit TEMPORE nimmt Calà Lesina eine der größten Herausforderungen der Nanophotonik in den Blick: die Entwicklung von Materialien, deren optische Eigenschaften sich in extrem kurzen Zeiträumen – von Pikosekunden bis Femtosekunden – verändern lassen.
Solche zeitabhängigen Metamaterialien ermöglichen eine ultraschnelle Steuerung von Licht und bilden die Grundlage für die nächste Generation reprogrammierbarer optischer Hardware. Diese könnte schon bald neue Maßstäbe in der Informationsverarbeitung, im optischen Rechnen sowie in klassischen und quantenoptischen Technologien setzen. „Das erinnert an eine ‚Stadt im Nanomaßstab‘, in der alle Dienstleistungen auf Abruf im selben Gebiet verfügbar sind“, erläutert Calà Lesina, der in diesem Jahr nach erfolgreicher Tenure-Track-Phase auf eine W3-Professur für Optisches Design und Multiphysics Simulation an der LUH berufen wurde.
Ziel von TEMPORE ist es, von statischen zu dynamischen photonischen Systemen zu gelangen. Durch sogenanntes Reverse Engineering will das Forschungsteam vollständige Kontrolle über Licht in Raum und Zeit erlangen. Die Arbeit verbindet Fachwissen aus der rechnergestützten Elektrodynamik, dem zeitbereichsinversen Design, der Dynamik nanophotonischer Systeme und der Materialsimulation – ein interdisziplinärer Ansatz, der im Exzellenzcluster PhoenixD einzigartig gebündelt ist.
ERC Grants zählen zu den prestigeträchtigsten Einzelförderungen Europas. Nur rund elf Prozent der in diesem Jahr eingereichten Anträge waren erfolgreich. Seit der Gründung des Exzellenzclusters PhoenixD im Jahr 2019 haben bereits sechs weitere Mitglieder einen ERC Grant eingeworben. Insgesamt forschen derzeit 22 ERC-geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover.
Weitere Informationen zu allen ERC-Förderungen an der LUH:
www.uni-hannover.de/de/forschung/profil/herausragende-projekte/erc
Mehr über den Exzellenzcluster PhoenixD unter: www.phoenixd.uni-hannover.de
Quelle: LUH