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Praxisprojekt im Maschinenbau: Raus aus dem Hörsaal!

E-Longboard (Foto: J. Samland)

Erstsemester-Studierende des Maschinenbaus haben erstmals ein Praxisprojekt absolviert, das ihnen gleich zu Beginn eine Idee vom Dasein als Ingenieurin bzw. Ingenieur vermittelt.

Mathematik, Werkstoffkunde, Konstruktion, Mechanik … – am Anfang eines Ingenieurstudium steht viel Theorie und erst später wird sichtbar, wie diese praktisch genutzt werden kann. Damit Studienanfängerinnen und -anfänger nicht erst im Laufe ihres Studiums sondern gleich zu Beginn sehen, wie der theoretische Input Anwendung findet, hat die Fakultät für Maschinenbau zum Wintersemester 2017/18 ihr Curriculum umgestellt und schon im ersten Semester ein verpflichtendes Praxisprojekt verankert, das zum Ziel hat, gleich einführend zu vermitteln, was Ingenieurinnen und Ingenieure auch später in ihrem Beruf erwartet: im Team technische Probleme strukturiert lösen.

Das Bachelorprojekt: Idee, Schwerpunkte und großes Finale

Die Idee aus dem Studiendekanat der Fakultät für Maschinenbau, ein Praxisprojekt für Studienanfängerinnen und -anfänger zu starten, hatte am Institut für Montagetechnik (match) Form angenommen. Dort liegt auch die Koordination dieses „Bachelorprojekts“, für das 13 weitere Maschinenbau-Institute schließlich jeweils ein Projekt angeboten haben, in dem es nicht zentral um Fach-, sondern vor allem um Problemlösungskompetenz geht – ein Angebot für rund 450 Erstsemester-Studierende.

Die inhaltlichen Schwerpunkte variierten je nach Institut. Unter anderem wurden Longboards zu E-Longboards umgebaut, eine Temperaturregelung samt Platinen-Design und Programmierung nahm Gestalt an, aus Lego entstanden autonome Roboter, die Gegenstände einen Parcours entlang transportieren konnten, in einem Modellrennwagen galt es ein fehlendes Bauteil zu identifizieren und dieses dann zu konstruieren, zu fertigen und am Ende in den Rennwagen einzubauen.

In den letzten beiden Wochen des Wintersemesters kam es in einigen Projekten schließlich zum großen „Finale“ – so traten die verschiedenen Lego-Roboter auf einem Parcours gegeneinander an; die Rennwagen, ergänzt um ein neues Ersatzteil und von ihren Teams gesteuert, fuhren um die schnellste Zeit ihre Runden auf dem Parkplatz.

Gelungenes Projekt mit positivem Resümee

Martin Stucki, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am match, hat das Bachelorprojekt von Anfang an koordiniert. Bereits wenige Tage nach Semesterende liegt ihm die Evaluation vor. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. Der Aussage: ,Das Bachelorprojekt verstärkte mein Interesse an den Studieninhalten meines Fachs‘ stimmten drei Viertel der Befragten zu – und nahezu 90 Prozent gaben an, dass im Projekt eine gute Lern- und Arbeitsatmosphäre herrschte.

Auch viele freie Antworten und Kommentare der Teilnehmenden zur Frage, wovon sie am meisten profitiert hätten, stimmen ihn optimistisch. Um nur zwei zu zitieren: „Gruppenarbeit. Probleme lösen. Basteln macht Spaß. Konstruieren auch.“ Oder „Sehr nette Arbeitsatmosphäre, sehr spannendes Thema, sehr viel Selbstorganisation“.

Stucki ist optimistisch, dass das Projekt seine Aufgabe erfüllt: „Die Erfahrungen aus dem Bachelorprojekt sollen ja auch eine Entscheidungshilfe sein, ob man sich für die Tätigkeiten als Ingenieurin bzw. Ingenieur überhaupt berufen fühlt. Wer sich damit identifizieren kann, ist dann auch motiviert, die anfängliche Durststrecke mit den überwiegend theoretischen Grundlagen zu überstehen.“

In Bildern: Impressionen aus den Projekten

Text: Julia Förster