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Große Brauanlage für die „Lehr- und Forschungsbrauerei“ eingeweiht

Die Fakultät für Maschinenbau ist seit neuestem Besitzer einer großen Bierbrauanlage, welche am Freitag, den 14. Juni 2019, in den Forschungsräumen des Instituts für Mehrphasenprozesse (IMP) einem ersten praktischen Testlauf unterzogen wurde.

Mit dabei war Christoph Digwa, der bereits seit 13 Jahren Bier auf verschiedenen Anlagen gebraut hat, um den Mitarbeitenden des Instituts den einen oder anderen Kniff bei der Benutzung der neuen Brauanlage zu erklären.

Herr Digwa, seinerseits Biersommelier und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen, braute auf der 200l-Anlage zuvor in der Gutshof Brauerei „Das Freie“ nahe Sehnde, die er zusammen mit seinem Bruder Stephan 2015 eröffnete. Mittlerweile wird auf dem Gutshof in einer 1.000l-Anlage gebraut, sodass die 200l-Anlage fortan von der Fakultät für Maschinenbau für die Einrichtung einer Forschungs- und Lehrbrauerei genutzt werden kann.

Bier brauen am IMP

Bier brauen an sich ist am Institut für Mehrphasenprozesse nichts Neues, mit dem Masterlabor Verfahrenstechnik wird schon seit 2005 eine Veranstaltung angeboten, bei der Studierende anhand der Bierbraukunst sich mit verfahrenstechnischen Prozessen auseinandersetzen können. Was zuvor allerdings allein durch den Einsatz von einzelnen kleinen Sudkesseln möglich war, kann jetzt nach industriellem Maßstab mit einem 200 Liter Sudkessel, Temperatursteuerung sowie industrieller Kühl- und Gärtechnik umgesetzt werden. Die entsprechende Braustätte wurde in Absprache mit einem Mitarbeiter des Veterinäramtes hinsichtlich der Herstellung von Lebensmittel eingerichtet.

Mit Blick auf das Studium bietet die Brauanlage ebenfalls innovative Optionen, wie Dr.-Ing. Marc Müller, Oberingenieur am IMP, verrät. Ab dem Wintersemester 2019/20 soll ein neues Masterlabor angeboten werden, in dem die Studierenden unter anderem in einem Planspiel die Gründung einer kleinen Brauerei erarbeiten und verfahrenstechnische Prozesse im industriellen Maßstab untersuchen können. Dieses neue Masterlabor wird im Team organisiert zu dessen Mitgliedern Dr. Mareike Vorholt aus dem Studiendekanat Maschinenbau, Johann Christoph Ebeling vom Institut für Thermodynamik, André Papke vom IMP und ebenso Christoph Digwa gehören.

Testlauf der Brauanlage

Im Testlauf wurde als Bier ein obergäriges India Pale Ale gewählt, welches in der Regel stark hopfenbetont ist und einen relativ hohen Alkoholgehalt aufweist. Für die Herstellung wurden vier verschiedene Malzsorten zu 45 Kilogramm plus Haferflocken mit der hauseigenen Mühle geschrotet und im Sudkessel mit Wasser eingemaischt. Während des Maischens und vor Durchführung der Jodprobe machte man sich daran, die Gärbehälter mit Wasser und Natronlauge zu reinigen. Im Anschluss folgten noch das Läutern, das Hopfenkochen sowie Hopfenseihen und das Herunterkühlen vor Zugabe der Hefe und Beginn der Gärung. In einem letzten Schritt wurde das Jungbier nach einigen Tagen Hauptgärung in entsprechende Fässer abgefüllt .

Der Testlauf der Anlage brachte insgesamt 150 Liter Bier hervor, das bereits für eine kleine Feier reserviert lagert. Das Einweihungsbrauen kann somit als Erfolg verbucht werden.

Die Idee zur Lehr- und Forschungsbrauerei

Die Überlegung überhaupt eine Lehr- und Forschungsbrauerei zu etablieren, kam im Rahmen der sogenannten Innovation Cell auf, die sich formierte, um Ideen zusammenzutragen, wie man den in Garbsen entstehenden Campus Maschinenbau als Lehr-, Lern- und Lebensort attraktiver gestalten kann. (fk)